Das wurde aber auch mal Zeit: Die legendären Velominati-Regeln für Rennradfahrer gibt es jetzt endlich auch in deutscher Sprache. Und weil wir uns so sehr darüber freuen, nehmen unsere Bikefitting-Experten vom gebioMized concept-lab regelmäßig die wichtigsten Regeln unter die Lupe. Also die natürlich, in denen es um das Thema Sitzposition geht. Pro Regel verschenken wir sogar ein Exemplar von „DIE REGELN – Kodex für Radsportjünger“.

Diesmal betrachtet Johannes Pölt aus dem gebioMized concept-lab München die Regel zur Sattelposition.

Regel #61: Ein Sattel sollte sein wie deine beiden Geschütze: hart und geschmeidig

Das sagt Velominati

Dein Sattel darf unter keinen Umständen mehr als drei Millimeter Polsterung haben. Bei Etappenrennen können unter Umständen besondere Zugeständnisse gemacht werden, wenn körperliche Schmerzen vorliegen, die durch subkutane Zysten und dergleichen verursacht werden (»Sattelwunden«). Unter diesen Voraussetzungen ist eine Polsterung von bis zu fünf Millimetern zulässig. Es sollte beachtet werden, dass diese Ausnahme nur vorübergehend gilt, bis das Leiden abgeklungen ist oder herausgeschnitten wurde. Eine Kämpfernatur würde ihren Sattel übrigens auch unter solchen Umständen nicht wechseln, sondern einfach ein Loch hineinschneiden, um den empfindlichen Bereich zu entlasten. Anzumerken ist, dass bei Einhaltung der Regeln #48 und/oder #5 jedwede »Polsterung« sowieso überflüssig ist.

Das sagt Johannes

Dämpfung ‚matters‘! Die Polsterung des Sattels hat biomechanisch eine wichtige Bedeutung. Mit ihr werden maximale Druckspitzen reduziert und die Gewichtskraft auf eine größere Fläche verteilt. Deswegen sollte die Polsterung am Sattel mindestens so stark sein, dass die knöcherne Struktur des Beckens nicht auf die Sattelschale durchschlägt. Besonders empfehlenswert ist das übrigens bei schlechtem Asphalt und Kopfsteinpflaster. Tipp: Falls der neue Sattel höher aufbaut als der alte, bitte die Sitzhöhe entsprechend anpassen. Einen dämpfenden Effekt hat übriges auch die Polsterung in Radhosen. Hier gilt vor allem die eigene Druckempfindlichkeit (biomechanisch für „Pussy-Faktor“) als Richtwert. Dabei geht es etwa darum, ob ich mehr oder weniger Dämpfung benötige. Übrigens: unsere Studien zeigen, dass auch eine Aussparung im Fahrradsattel je nach Anatomie des Fahrers einen positiven oder negativen Effekt bewirken kann. Idealerweise entlastet sie den Dammbereich und verhindert Durchblutungsstörungen. Die damit einhergehende Reduktion der Sitzfläche kann aber gleichzeitig zu Druckspitzen führen, besonders an den Kanten der Aussparungen. Einfacher ausgedrückt: sollte der Sportler während oder sogar noch nach der Fahrt sein Gemächt nicht mehr spüren, hat er wohl nicht nur mit der Polsterdicke des Sattels ein Problem.

Kommentieren und gewinnen

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Oder schickt uns eine E-Mail mit dem Betreff „Velominati #61“ an: conceptlab@gebiomized.de. Unter allen Teilnehmern wählen wir am Mittwoch, den 25. Juli 2018, einen Gewinner aus.

Über das Buch

Velominati: DIE REGELN – Kodex für Radsportjünger
Covadonga Verlag
312 Seiten
14,80 Euro
www.covadonga.de